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Ausstellungen

Yuka Kashihara

Self Similar

22.4.2017 - 17.6.2017

Eröffnung 22.4.2017, 18 - 21h


Mit der Ausstellung Self Similar stellen wir eine japanische Malerin vor, die in ihrem Werk Einflüsse der traditionellen japanischen Malerei mit Aspekten zeitgenössischer Kunst verbindet. Kashihara hat zunächst an der Musashino Art University in Tokio studiert und dann an der HGB Leipzig, an der sie 2015 auch Ihr Meisterschüler-Studium abgeschlossen hat.

Ihr Hauptfokus liegt auf dem Thema Landschaft. So wie auch die – meist sehr reduzierte – Landschaft in der traditionellen japanischen Malerei eher als Objekt zur Meditation und zur Besinnung auf die innere Landschaft des Betrachters dient, entwirft Kashihara eine Art emotionaler Kartographie.

Ihre Landschaften sind durchzogen von eigenartigen Leerräumen, Bergen, Felsen, Wäldern und immer wieder Wasserflächen – in Form von kleinen Teichen, Pfützen, oder auch mal als Swimming Pool oder Becken. In einigen Bildern durchdringen sich architektonische Elemente, die die Anwesenheit des Menschen andeuten (der in Person nie in ihren Bildern auftaucht), und Naturformen und erschaffen sehr eigentümliche Räume.

Kashihara scheint im Laufe der letzten Jahre immer mehr in die elementaren Strukturen der Naturformen vorgedrungen zu sein, denn in ihren Bildern hat sie sich von panoramaartigen Übersichtslandschaften, über Waldbilder hin zu verflochtenen Strukturen des Urwaldes entwickelt. Sie sagt dazu: „Als ich im letzten Jahr durch den malaysischen Dschungel lief, stieß ich auf Stellen im Dickicht, die von Menschen lange Zeit unberührt blieben. Es war ein Gefühl von Verlust und Wiedergeburt, schön und gruselig zugleich. Zunehmend beschäftigt mich die Wiederholung von Formen, die unendliche Spiegelung des Teils eines Ganzen in sich selbst: Diese Fraktal-Strukturen fand ich zuerst im Dschungel von Malaysia und anschließend auch in den daraus entstandenen Bildern wieder.“

Auch ihre Farbgebung unterstreicht, dass es sich bei ihren Bildern eher um Seelenlandschaften als um reale Naturräume handelt. Lasierend in Eitempera aufgetragen bilden die Farben ein flächiges Geflecht von Formen, das zum Teil gegenständliche Naturelement erkennen lassen, sich zum Teil aber auch in völliger Abstraktion auflöst.

„Wenn ich eine Landschaft beobachte, faszinieren mich Aufschichtungen von vergangener Zeit: Erde, Farbe & Spuren der Menschen, die dort einmal waren. Ich versuche mir vorzustellen, wie die erste oder allerletzte Person diese Landschaft wahrgenommen hätte. Wenn zwei Menschen eine Landschaft sehen, ist das was sie sehen niemals gleich: Ich möchte diese Unterschiede und Abweichungen finden und die so entstandenen Lücken füllen.“