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Ausstellungen

Tessa Verder & Tum Tum

With freedom, books, flowers and the moon, who could not be happy?

Austellung: 07.04.2018 - 24.04.2018

Eröffnung: 07.04.2018, 18 - 21 Uhr


With freedom, books, flowers and the moon, who could not be happy

Bei dieser Ausstellung steht die Präsentation des Buches Breeze of Light von Tessa Verder im Mittelpunkt.

Das Buch ist gerade erschienen und umfaßt Arbeiten der in Berlin lebenden niederländischen Künstlerin aus den letzten 20 Jahren.

Zur Eröffnung werden auch die beiden Katalog-Autoren anwesend sein, deren Texte das Werk von Tessa umfassend untersuchen.

Während der Ausstellung gibt es die Möglichkeit eine spezielle Edition zu diesem Buch zum Vorzugspreis zu erwerben. Zur Eröffnung können Sie das Buch auch gern von der Künstlerin signieren lassen.

In der Ausstellung With freedom, books, flowers and the moon, who could not be happy? werden verschiedene Landschaften von Verder sowie humorvolle Wandobjekte vom Duo Tum Tum gezeigt. Herman Lijftogt und Tessa Verder (Tum Tum) erschaffen drei-dimensionale Objekte, bei denen sie Fotos oder Teile aus historischen Büchern mit Tessas eigenen Landschaftsfotos sowie Stickereien und realen Naturelementen wie z.B. Ästen verbinden. Es entstehen auf diese Art kleine spielerische Objekte  – Arbeiten mit einem Augenzwinkern!

Santiago Ydáñez

Rastros

Ausstellung: 02.03. - 31.03.2018

Eröffnung: 02.03.2018 // 18.00 -21.00 Uhr


den 1967 geborenen spanischen Maler haben wir zuletzt 2008 mit einer Einzelausstellung in Berlin (2012 in unserer Münchner Galerie) ausgestellt und zeigen nun unter dem Titel “Rastros” (Spuren) neue Arbeiten aus drei zentralen Werkgruppen.

Ausgesprochen expressiv sind vor allem die großen Selbstportraits von Santiago, die auf einer Fotoserie beruhen, in der er mit einer weißen Creme im Gesicht nackt in verschneiter Landschaft zu sehen war. Diese Bilder beschäftigen sich mit der animalischen Natur des Menschen. Sie zeigen das Tier im Menschen.

Santiagos Tiere zitieren die lange Tradition der Tierportraits, die vor allem in der englischen, spanischen oder niederländischen Malerei des Barock (z.B. bei Diego Velázquez oder dem Niederländer Frans Snyders) zu finden sind. Aus Berliner Sicht mag man bei Santiagos Windhunden sicher auch an die zahlreichen Darstellungen der Windhunde von Friedrich dem Großen denken. Die Darstellung der schönsten Pferde, Hunde oder auch besonders prächtiger Jagdtiere brachte den Stolz der Besitzer zum Ausdruck und sollte sie zugleich mit der Anmut und Kraft der dargestellten Tiere assoziieren. Mit ironischem Unterton verleiht Santiago den modernen Haustieren (wie Kanarienvögeln oder Katzen) den gleichen Status. Auch diese Tiere, die er ins Gigantische vergrößert, haben auf der einen Seite etwas Niedliches, Unschuldiges und Positives, erhalten aber andererseits durch ihre Vergrößerung auch monströse Züge und eine gewisse Bedrohlichkeit.

Ebenso wie die Arbeiten, die in die Themengruppe “schmutziger Schnee” gehören. Es handelt sich um Malereien nach den Turmspringerinnen, die Leni Riefenstahl in ihren Olympiafilmen 1938 aufgenommen hat. In dieser Werkgruppe beschäftigt er sich mit dem Entstehen des Nationalsozialismus und den Jahrzehnten davor, die den Nährboden für dieses monströse Weltbild lieferten. Die Riefenstahlfotos der perfekten, durchtrainierten Körper und die hohe Ästhetik ihrer Inszenierung sind durchaus ansprechend, lassen sich aber kaum betrachten ohne Gedanken an das Mitläufertum und die Dienstbarkeit der Kunst zu Zwecken der NS Propaganda.

Es scheint also eine Verbindungslinie auf, die Riefenstahls perfekte Körper, die Selbstportraits und Tiere verbindet. Zugleich sind diese Sujets sehr grundlegende und Jahrhunderte alte Themen der Kunstgeschichte.

Santiago Ydanez gehört mittlerweile zu den am meisten international anerkannten spanischen Künstlern seiner Generation und wurde u.a. mit folgenden Preisen gewürdigt: Premio de Pintura ABC / 2002, Premio de Pintura Generación / 2002, Caja Madrid, Beca del Colegio de España in París, Ministerio de Cultura / 2001 und den Beca de la Fundación Marcelino Botín / 1998. Ydanez Werke wurden in verschiedenen institutionellen Sammlungen ausgestellt, unter anderem im Fundación Botín (Santander), Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofía (Madrid), Museo Sofía Imber (Caracas, Venezuela) und sind zudem in 17 spanischen Museen vertreten.

Flavia Pitis und Radu Belcin

Ausstellung: 13.01. - 20.02.2018

Eröffnung: 13.01.2018 // 18.00 - 21.00 Uhr


 

Zum zweiten Mal zeigen wir das rumänische Künstlerduo Flavia Pitis und Radu Belcin in einer gemeinsame Ausstellung. Die beiden Maler leben und arbeiten zusammen und ihr Werk ist eng miteinander verflochten, wobei doch jeder seine eigene Handschrift herausgebildet hat. Ihre Themenkomplexe sind aber ähnlich und ihre Beschreibung ihrer grundlegenden Gedanken gilt daher für beide.

Ausgehend von den Forschungen des amerikanischen Mythologie Forschers und Autors Joseph Campbell beschäftigen sich Belcin und Pitis mit dem Einfluß der Mythologie auf unsere Zeit und der Frage wie sie adaptiert werden kann um Einfluß auf die moderne Lebenswelt zu haben:

“Die universellen Geschichten der Mythologie sagen viel Grundlegendes über das Menschsein und ihre Lehren sind zeitlos, aber ihre Sprache, Bilder und Symbole verändern sich mit der Entwicklung der Menschheit.

Wie Joseph Campbell feststellt, gab es eine vergangene Zeit, in der die Menschen vereint waren in einem allgemeingültigen Glauben, angetrieben von Hoffnungen und Ängsten. Sie teilten die gleichen Mythen und Religionen und waren im Rahmen ihrer beschränkten Möglichkeiten sogar zu großartigen Leistungen fähig.

Das Individuum hat in der Gemeinschaft Trost und Unterstützung gefunden basierend auf dem gleichen Verständnis von der Bedeutung des Lebens und der Welt. Dieses Verständnis hat sich im Laufe der Zeit enorm verändert und der moderne Mensch ist hin und her gerissen zwischen so vielen Geschichten und Einflüssen, daß er schließlich gezwungen ist seinen eigenen Weg zu seiner eigenen Mythologie zu finden. Dieses System ist sehr viel einsamer. Der Moderne Held ist schließlich derjenige, der in seiner eigenen persönlichen Geschichte erfolgreich ist.

Die Bilder der Ausstellung beschreiben eine Szenerie, in der sich der moderne Held selbst ausdrücken kann bzw. sich seine Vorstellung von der Welt erwecken kann, in der er seine innere Geschichte spielen lassen kann – völlig anders als es andere Menschen tun aber dennoch ähnlich in ihrer universellen Bedeutung.” (Flavia Pitis / Radu Belcin)