Muse

Miriam Vlaming

Muse

01.05.2014 - 28.06.2014

Vernissage: 01.05.2014, 18:00 Uhr


Miriam Vlaming bewegt sich in ihrer Malerei zwischen Figuration und Abstraktion. Mensch und Natur sind elementare und immer wiederkehrende Themen in ihrem Werk – fokussiert auf die Bedeutung des Menschen und der Zivilisation in Bezug auf das uns umgebende Ganze: den Kosmos. Woran erinnern wir uns, wenn die Zeit fortschreitet? Welche Bilder bleiben am Ende übrig? Zeit und Zeitlosigkeit spielen in vielen ihrer Arbeiten eine wichtige Rolle.

Betrachtet man Vlamings Werke der letzten drei bis vier Jahre, so sind allerdings bestimmte Veränderungen festzustellen. In den Arbeiten aus den Jahren 2011-12 verschmilzt der Menschen mit der Natur („Outside“) oder verschwindet völlig hinter seinen eigenen Maschinen bzw. ist nur noch in den Zeugnissen seiner Technologie anwesend („Die Sendung“, „Gnosis“ oder „Expedition III“). Der statischen Landschaft und den Produkten der menschlichen Kultur kommt somit eine zentrale Bedeutung zu. Natur tritt als etwas Ursprüngliches und Beständiges in den Vordergrund. In den neueren Bildern von 2013 hingegen (wie „Keep Your Head Up“ oder „Erasing“, die z.B. in der Kunsthalle Darmstadt zu sehen waren) werden die Figuren wieder größer und treten als wagemutige Eroberer ihrer eigenen Ängste auf. Vlamings neueste Arbeiten von 2014 (vor allem die Werke dieser Ausstellung) sind von einer unbeschwerten Lebendigkeit geprägt. Farben und Formen zerfließen, die Figuren nehmen exhibitionistische, fast narzistische Posen ein. Die Materie steht in Wechselwirkung mit ihrer Umwelt und es herrscht Bewegung im Raum. Menschen tanzen („Homeparty“), lieben sich („Lovers For One Day“) oder begeben sich auf ein Abenteuer („Step Into The Desert“). Die Figuren befinden sich im Hier und Jetzt. Sie atmen, lachen, existieren.Im Vergleich zu früheren Arbeiten, lässt sich Vlamings neuer Bildzyklus leichter in einen zeitlichen Rahmen einordnen. „Geschlossene Gesellschaft“ (2014) beschreibt beispielsweise die Dekadenz einer geschlossenen Gesellschaft in den 1960er Jahren. Es geht um einen Ort und eine Zeit, in der Lebendigkeit und Vitalität einer bestimmten Gesellschaft in einem isolierten Raum vorbehalten ist -ein stilisiertes Sittenbild, voller Andeutungen auf die großen gesellschaftlichen Veränderungen, welche die späteren Jahre des Jahrzehnts mit sich bringen werden: Gesellschaftliche Hierarchien, traditionelle Geschlechterrollen, wirtschaftlicher Aufschwung.

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