Simone Lucas – All is still possible
Der Ausstellungstitel (und zugleich der Titel eines Bildes), den Simone Lucas für Ihre zweite Einzelausstellung bei uns gewählt hat, führt im Grunde direkt zu den Kernthemen, um die Lucas Werk kreist. Ihre Bildwelten bieten immer sehr viel Raum für verschiedene Interpretationsansätze. Es sind Bildideen und Bildräume, die verschiedene Möglichkeiten anbieten. Es könnten Sequenzen aus Träumen sein, aber auch Erinnerungen, Wünsche, Ideen oder vielleicht auch mal Ängste.
Ihre Bilder manifestieren in gewisser Weise einen Zustand im Prozess der Bildentstehung. Man kann die Entstehung einer Geschichte nachverfolgen und als Betrachter in gewisser Weise am Arbeitsprozess der Künstlerin teilnehmen. Lucas gibt dem Zufälligen und Flüchtigen in ihren Bildern viel Raum.
Wie auch in ihren früheren Werkgruppen bleiben die Szenen oder Geschichten im Bild immer rätselhaft und verweilen in einem Schwebezustand. In vielen Bildern dieser Ausstellung tauchen wieder Mischwesen zwischen Tier und Mensch auf, die nicht nur eine lange Tradition in der Bildenden Kunst und Mythologie haben, sondern für Simone Lucas auch immer ein Hinweis auf die enge Verflechtung von Mensch und Natur sind. Eines ihrer Bilder, in dem der Kopf einer Frau durch einen Froschkopf ersetzt wurde, heißt sogar „Mother Nature“. Mit den Tieren teilen wir gemeinsame Vorfahren. Sie sind unsere Verwandten und der Mensch ist genauso Teil der Natur wie ein Frosch oder Fliegenpilz. Die Künstlerin verweist damit auf das sensible Gleichgewicht, das die Natur sich selbst schaffen kann und welches der Mensch zunehmend gefährdet und zerstört. Besonders angesichts der aktuellen reaktionären Entwicklungen in der Weltpolitik, die die Zerstörung der Natur weiter vorantreiben, den Egoismus und das Recht des Stärkeren wieder über Verantwortung und Ausgleich stellen, könnte die Ahnung von einer Einheit des Menschen mit der Natur vielleicht tröstlich sein. Die Bilder der Künstlerin sind spielerisch/sehnsüchtig auf der Suche danach.
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Vernissage: Samstag 06. September, 18 – 21 Uhr
Ausstellung: 06. September – 25. Oktober 2025
