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Bruno Walpoth

Bruno Walpoths Menschen aus Linden- oder Nußholz entstehen in der Begegnung und Auseinandersetzung mit Modellen. Im Maßstab eins zu eins werden die Körper, die Linien und die Formen der wenigen jungen hageren Männer und vielen wunderschönen Frauen aus dem Holzblock herausgearbeitet. Auch wenn Walpoth die konkrete Wiedergabe von Körperpartien, wie einer Schulter oder eines Knöchels reizt und ein gutes Gelingen ihm Genugtuung bereitet, geht es ihm nicht darum ein hyperrealistisches Abbild der vor ihm stehenden Menschen zu schaffen: Das Modell dient in seiner äußeren Erscheinung als Hülle für implizierte Projektionen. Die Gesichtszüge und Körperformen entsprechen zwar jenen der Modelle, doch nimmt Bruno Walpoth starke charakteristische Eigenheiten der Persönlichkeit − die im klassischen Sinn des Porträts für Individualität stehen − in seiner skulpturalen Nachahmung zurück.